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MSWS

Multidimensionale Selbstwertskala (Schütz & Sellin, 2006)

MSWSATP Nr. 2IE-SV-VTypenbestimmung


[MSWS]
Datenverarbeitungsschritte
1. Rohwerte für jede Skala zusammenführen

Invertieren
Die meisten Fragen sind invertiert gestellt, um die Auswirkung von Antworttendenzen zu minimieren. Die Rück-Invertierung zu einem Wert, der mit den anderen Werten der Skala addiert werden kann, findet der Übersicht halber bereits auf dem Dateneingabe-Blatt statt. Anschließend werden schlicht die entsprechenden Felder vom Dateneingabe-Blatt mit SUM(...) für die jeweiligen Skalen summiert und für die weitere Verarbeitung auf dem Datenverarbeitungs-Blatt zur Verfügung gestellt.

Skalen-Mittelwert bilden
Werden nicht alle Fragen einer Skala beantwortet, muss für die unbeantwortet gebliebenen Fragen der Mittelwert aller übrigen Fragen als Antwort eingetragen werden. Um diesen nicht von Hand berechnen zu müssen, wird er bei Bedarf auf dem Datenverarbeitungs-Blatt berechnet und direkt auf dem Dateneingabe-Blatt angezeigt.
Dafür sind folgende Schritte nötig:
  1. Unbeantwortete Fragen vorläufig mit »x« beantworten.
    Hierdurch wird die jeweilige Frage bei der Skalen-Mittelwertbildung ignoriert. Es wird dann die Summe aus nicht-invertierten und invertierten Rohwerte lediglich durch die Anzahl der tatsächlich beantworteten Fragen »N-n« dividiert. Hierbei steht »N« für die Anzahl aller Fragen und »n« für die Anzahl der vorläufig mit »x« beantworteten Fragen.
  2. Anschließend Skalen-Mittelwert anstelle des »x« eintragen.
    Sobald alle verfügbaren Antworten eingetragen wurden, können im Nachhinein alle »x« mit dem in der Spalte »Skalen MW« stehenden Zahlenwert der gleichen Zeile ersetzt werden.

Summieren
Anschließend werden die nun vorhandenen Rohwerte (bestehend aus nicht-invertierten, invertierten und ggf. berechneten Skalen-Mittelwerten) entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu den einzelnen Skalen summiert. Diese Summe entspricht dem letztendlich mit Rohwert »RW« bezeichneten Betrag auf der Auswertung.


2. Die dem RW entsprechenden statistischen Werte aus den Normentabellen auslesen und übersichtlich darstellen
Um aus den gewonnenen Rohwerten die entsprechenden T-/PR-Werte und T-/PR-Bänder für jede Skala zu erhalten, müssen sie in 9 von insgesamt 18 Tabellen nachgeschlagen werden. Es sind insgesamt 18 Tabellen, da für jede der 9 Skalen zwei Tabellen existieren: je eine für männliche und weibliche Klienten.
Dies ist der interessanteste Teil der Umsetzung, da ein Weg gefunden werden musste, die Tabellendaten so abzulegen, dass sie möglichst leicht zugreifbar sind.

Lösung
Sobald man anhand des Rohwertes die entsprechenden Werte aus der jeweiligen Tabelle nachschlagen möchte, ist folgendes bekannt und kann somit zum Aufrufen genutzt werden:
  1. in welche Tabelle geschaut werden muss, da sich die Tabellennamen aus Geschlecht und Skala zusammensetzen, z.B. »w ESWS«
  2. der Rohwert selbst
Daraus folgt:
  1. Ein Blatt für jede Normentabelle anlegen: »w-esws«, »m-esws«, »w-swko«, usw.
  2. Die Zeilennummer auf dem jeweiligen Normentabellen-Blatt repräsentiert den Rohwert, sodass man die Zeile kennt in der die gesuchten Daten stehen, sobald der Rohwert bekannt ist.

Zusammenfassung der für die Auswertung relevanten Daten in einer Übersichtstabelle
Auf dem Datenverarbeitungs-Blatt gibt es nun eine Übersichtstabelle, in der die gesuchten Daten zur weiteren Verarbeitung übersichtlich gesammelt und bereitgestellt werden. Dort wird aus einer bestimmten Zeile (Rohwert) einer bestimmten Normentabelle (Geschlecht + Skala), der jeweils gesuchte Wert eines Eintrages (T-/PR-Wert und T-/PR-Band) ausgelesen. Diese Einträge stehen in jeder Tabelle immer in der gleichen Spalte: Der T-Wert steht z.B. immer in der dritten Spalte. Dadurch ist zusätzlich zu der Zeile für jeden gesuchten Eintrag, z.B. den T-Wert, auch die Spalte bekannt, hier: 3. Dies erlaubt es nun alle gesuchten Werte in einer Übersichtstabelle zusammenzutragen.

Erläuterung des hierfür verwendeten Kommandos:
INDIRECT(ADDRESS(Zeile,Spalte,1,,Blattname))
using a variable for a cell reference
Stellt den Inhalt einer bestimmten Zelle (Zeile + Spalte) von dem angegebenen Blatt dar.

Überlegungen zum Format
Bei der Entscheidung wie genau die statistischen Daten in der Normentabelle gespeichert und in der Übersichtstabelle auf dem Datenverarbeitungs-Blatt dargestellt werden ist die zentrale Frage, wie die Daten anschließend weiterverarbeitet werden sollen. Werden nur die Zahlenwerte und keine grafische Darstellung benötigt, können, um Arbeit und Zeit zu sparen, auch zwei Zahlenwerte zusammen in einer Zelle in der Normentabelle gespeichert und später in der Übersichtstabelle dargestellt werden. Schließlich werden sie ohnehin zusammen dargestellt und ihre Werte werden nicht einzeln benötigt. Ist jedoch die Darstellung in einem Diagramm nötig, müssen die Zahlenwerte als Datenquelle einzeln zugreifbar sein.
Es folgt eine Auflistung der in den Normentabellen enthaltenden Werte und deren Verwendung für die Auswertung.
Spalte    Wert Verwendung
1 + 2 Konfidenzintervall für RW: Wird nicht für die Auswertung benötigt
3 T-Wert: Zahlenwert + Diagramm
4 + 5 T-Band: Zahlenwert + Diagramm
6 PR-Wert: Zahlenwert
7 PR-Band: Zahlenwert (enthält zudem nicht-skalare Ausdrücke der Art »<2«)

Um Text und Zahlenwerte im Nachhinein zusammenzuführen und gemeinsam in einer Zelle auf dem Auswertungs-Blatt darzustellen, wird folgendes Kommando verwendet:
... "text string" & TEXT(Zelle,0) & "text string" ...
cell value in a text string
Typecast von den Zahlen in »Zelle« zu Text, um beides zusammen in einer Zelle darstellen zu können.

Kurz um: Zum Darstellen der Diagramme werden nur die T-Werte und T-Bänder der Skalen verwendet. Daher muss die obere und untere Grenze des T-Bandes einzeln zugreifbar sein. Der Einfachheit halber, habe ich den Zahlenwerten daher jeweils eine eigene Zelle gegeben. Um die Zahlenwerte der Grenzen des T-Bandes darzustellen, werden sie auf dem Auswertungs-Blatt entsprechend aus den beiden Zellen zusammengeführt.
Auf der anderen Seite müssen die PR-Werte und die PR-Bänder nur mit ihren Zahlenwerten dargestellt werden. Es kommt hinzu, dass die Tabelleneinträge zum PR-Band Werte wie etwa »<2« enthalten, die man ohnehin nicht sinnvoll auf zwei Spalten aufteilen kann, da eine getrennte Behandlung zu Inkonsistenzen in der internen Verarbeitung von Normentabellenwerten führen würde. Deshalb werden die Zahlenwerte für die PR-Werte und PR-Bänder in jeweils einer einzigen Zelle gespeichert.


3. Datenquelle für Diagramme vorbereiten
Für die Darstellung der Diagramme werden die benötigten Daten auf dem Datenverarbeitungs-Blatt zusammengetragen und so angeordnet, dass LibreOffice sie leicht zum Erstellen eines Diagramms nutzen kann.


4. Zahlenwerte und Diagramme darstellen
Zahlenwerte und Diagramme werden übersichtlich formatiert auf dem Auswertungs-Blatt dargestellt.


Notiz zu den Normentabellen
Die Normentabellen enthalten die Daten einer Normierungsstichprobe aus dem Jahr 2002 (s. Manual Kap. 5 und 6.2). Die aus der Normierungsstichprobe errechneten Normen werden mit den Fragebogenergebnissen verglichen, um einen Vergleich mit der Bevölkerungsgesamtmenge zu ermöglichen, die hier durch die Stichprobe natürlich nur angenährt werden kann. Somit kann beurteilt werden, ob eine durch den Fragebogen angezeigte Ausprägung im Vergleich durchschnittlich, überdurchschnittlich oder extrem ist.